1. Aller Anfang ist
schwer... (2 Wochen)
Nachdem ich mich im letzten Post schon vorgestellt habe kann's jetzt endlich
losgehen. Starten möchte ich mit dem Tag, an dem ich endlich frei von Zwängen
und Abhängigkeiten wurde - kurz meinem Geburtstag.

Tja, nachdem ich die Kerzen ausgeblasen und schnell noch ein Stück Kuchen
verdrückt hatte, konnte das Abenteuer beginnen. Ich war total begeistert,
endlich an mein Sparbuch zu können, dass meine Eltern vor 18 Jahren extra für
mich angelegt hatten und staunte nicht schlecht als ich sah, dass genau 16.000
Simeolons darauf waren. Was könnte ich mit dem ganzen Geld bloß alles anfangen,
träumte ich und sah mich schon auf einer Kreuzfahrt Cocktails schlürfen. Schnell
machte ich mich auf den Weg in die Stadt, um das erstmal richtig auf den Putz zu
hauen. Auf halber Strecke sah ich, dass sich viele Sims - besser gesagt
männliche Sims - im Fitnesscenter abrackerten und was konnte es zur Einstimmung
des Abends besseres geben, als schweißige nackte Oberkörper? Ich bremste scharf
und betrat also das Studio in der Hoffnung direkt den ersten großen Fang zu
machen. Natürlich wurde ich enttäuscht. Das Frischfleisch sah von nahem aus wie
vertrocknete Äpfel. :-( Dies bestätige mir auch Melinda Gordon, die sich
ebenfalls bei mir über die Knacker ausließ und ich schenkte ihr mein
verständnisvollstes Lächeln. Wenn man nicht mal im Fitnessstudio einen
Augenschmaus hatte, wo um Himmels willen dann?

Gerade als ich weiterziehen wollte, sprach mich doch noch ein Sim an, der nicht
wie gefühlte 150 aussah. Ich erzählte ihm voller Tatendrang, dass ich bald auf
Kreuzfahrt gehen und riesen Cocktails schlürfen würde. Aus reiner Freundlichkeit
(und in der Hoffnung er möge vermögend sein), fragte ich ob er nicht mitkommen
wolle - auf die Kreuzfahrt im Mittelmeer mit mir - und ich bin ja umwerfend.
Welcher normale Sim könnte da ablehnen?

Nun, er lehnte ab. Er, dessen Name ich schon wieder verdrängt habe, weil er
nichts zur Sache tut, meinte doch glatt, ich sei für eine Kreuzfahrt nicht gut
genug gebaut und schon gar nicht hübsch genug. Häähhh?? Das war der Moment, als
ich ihn mit einem lauten Blödmann einfach stehen ließ.

Ich war die hübscheste Simin in ganz Riverview und wer das nicht sah musste
blind sein. Was tolleres als mich gab es noch nie und wird es auch nie mehr
geben! Ha! Trotzdem machte ich mich auf zum Friseur und in das
Kleidungsgeschäft. Schließlich hatte ich mir selbst noch nichts geschenkt und zu
einem neuen Lebensabschnitt gehört ja auch ein neuer Look, oder nicht? Als die
Verkäuferin hörte, dass ich Geburtstag hatte, schenkte sie mir meine komplette
Wunschgarderobe - ist das nicht nett? :-)
(Anm. der Bloggerin: Nein, ist es nicht, aber Katie weigerte sich nach der
Abfuhr ohne Änderung in ihr neues Leben zu starten. Was hab ich mir da nur
eingebrockt? ;-))
Während der Pediküre schlug ich die Zeitung auf und sah plötzlich mein Traumhaus
mit großen Vorgarten und Kamin. Hier in Riverview für sagenhafte 15000 und ein
paar zerquetschte Simeolons. Und sogar komplett und gemütlich eingerichtet!
Kurzerhand verwarf ich meinen Traum von der Kreuzfahrt - mir wäre eh den ganzen
Tag schlecht wegen dem Wasser gewesen - und kaufte das Haus unbesehen. Ein
großer Fehler wie sich herausstellen sollte. Heute wünschte ich, ich wäre nicht
so impulsiv. Und so stand ich schließlich vor dem kleinen Häuschen, dass auf dem
Hochglanzbild noch viel größer gewirkt hatte, und machte mir schon Vorwürfe,
dass ich meine 16.000 Öcken nicht sinnvoll ausgegeben hatte.
Auch der Gang durch die Zimmer war grausam. Welches Haus hatte zwar einen Kamin,
aber keine Dusche bzw. Wanne?

Und überhaupt, wo war der Flachbildfernseher, der im Angebot stand? Klar, da
stand was von optional, aber mein Gott, was auch immer das heißen mag, das kann
doch nicht bedeuten, dass hier GAR NICHTS außer dieser komischen Staffelei an
Unterhaltung ist??

Wenigstens die Küche war mit Kühlschrank und Herd einigermaßen gut sortiert.

Ich war echt geschockt, doch das durfte natürlich niemand wissen. Das wäre ja
erbärmlich, wenn jeder wissen würde, wofür ich meine Ersparnisse ausgegeben
hatte. Unbesehen! Also psst! Als meine Mom anrief hab ich ihr deshalb auch
gleich freudestrahlend erzählt, was genau dieses tolle Häuschen für mich an
Überraschungen bereit gehalten hatte.

Die Einrichtung bestand aus 1 Toilette, 1 Fahrrad plus Fahrradständer, 1
Zweisitzer, 1 Einzelbett, 1 Herd, 1 Kühlschrank, 1 Spüle, 3 Theken, 1
Rauchmelder, 1 Pflanze, 1 Kommode und besagter Staffelei. Ein Witz also. In dem
Moment wurde mir eines schlagartig klar: Wenn HIER keine Bademöglichkeit war, WO
sollte ich denn sonst baden? Das war ja fast das Wichtigste, um gut anzukommen!
Ich konnte doch nicht stinkend durch Riverview latschen und Typen klarmachen!

Am nächsten Morgen bestärkte mich ein Blick in meinen Briefkasten, dass es ein
grooooßer Fehler war hierher zu ziehen.

63 Simeolons Nebenkosten für diese lausige Hütte! Wucher! Mir war klar, dass es
vorbei mit den Träumereien war - ich brauchte einen Job. Ewig würden meine jetzt
noch ca. 150 Simeolons auch nicht mehr reichen. Toll, einen Tag nach meinem
Geburtstag und dem angeblichen Weg in ein neues Leben hatten die Verpflichtungen
mich schon wieder eingeholt. Mit dem Fahrrad machte ich mich auf den Weg ins
Zentrum. Als ich am Fitnessstudio vorbei kam, fiel mir auf einmal ein, dass es
dort Duschen geben musste. Obwohl - ich war auch davon ausgegangen, dass es dort
heiße Sims gibt und wurde enttäuscht. Na ja, ein Versuch war es wert und diesmal
konnte ich tatsächlich innerlich jubeln. Schnell schlüpfte ich unter die
tatsächlich vorhandene Dusche :-) Mann, war das eine Erleichterung.

Danach fühlte ich mich gleich wohler und schaffte es diesmal ohne Unterbrechung
auch wirklich ins Zentrum. Doch hier herrschte gähnende Leere. Ich dachte schon,
der einzige Mann in der Stadt sei die alte Statue...

... aber ich täuschte mich (dem Himmel sei Dank). Ich lief, schon fast
verzweifelt, direkt in die Arme von Jon Lessen, dem berühmten Virtuosen. Ich
konnte es kaum fassen und war plötzlich wieder sehr sehr glücklich, dass ich
diese Bruchbude gekauft hatte. Hier war die Möglichkeit auf das große Geld
direkt vor meiner Nase. Ich musste nur zugreifen.

Er war sehr geschmeichelt, dass ich ihn kannte. Aber ernsthaft, wer kennt den
nicht? Ich bezirzte ihn so gut es ging, aber so richtig kamen wir uns nicht
näher. Irgendwann verabschiedete er sich mit dem Satz "Wir treffen uns bestimmt
mal wieder" und ich stand alleine vor dem Beautyshop.

Da sie eine Teilzeitkraft suchten bewarb ich mich und bekam auch prompt den Job
- aber das war doch klar. So hatte ich jedenfalls genug Zeit weiter die Stadt zu
erkunden und das Nest zu finden, wo sich die potentiellen Partner versteckten.
Da war man schon mal frei von den Eltern und niemand war in Sicht, mit dem man
einen drauf machen konnte. *seufz*

Die nächsten Tage vergingen recht schnell wenn man bedenkt, dass ich mich fast
zu Tode langweilte. Nicht mal das Essen kochen klappte so wie ich wollte. Fast
wollte ich schon aufgeben und das Haus wieder verkaufen, denn Jon Lessen hatte
sich natürlich nicht bei mir gemeldet, obwohl ich doch sooo super nett zu ihm
gewesen war.

Donnerstag - ich war jetzt schon vier Tage in meinem neuen zu Hause, ging ich
vom Lärm des Nachbarn getrieben rüber in den Nachbars Garten. Gar nicht
schlecht, was der alles so pflanzte. Ich stellte mir einen groß gewachsenen,
muskulösen, braungebrannten Mann vor, der mit dem Gartenschlauch nicht nur die
Blumen, sondern auch sich selbst wässerte.

Leider wurde ich unsanft aus meinem Traum geweckt, als der reale Nachbar -
übrigens auch gefühlte 150 - mich begrüßte. Natürlich passte Norman Joy nur
bedingt in mein Beuteschema und als ich von seinen Geldsorgen hörte verwarf ich
auch den letzten Gedanken, dass er der erste Mann sein würde, der das Glück
hätte mich zu einer reichen Frau zu machen.

So fuhr ich mit dem Fahrrad ins Fitnessstudio, eigentlich nur um zu duschen.
Doch dann siegte die Neugier vor der Faulheit und ich zog mich um, um ein paar
Gewichte zu stemmen. Wenn ich mich länger hier aufhielte, könnte ja vielleicht
doch noch ein Mann reinschauen, der meinem Geschmack entsprach? Leider sah die
Wirklichkeit wieder ganz anders aus.

Ich rackerte mich einige Zeit ab, bevor ich es für heute aufgab und zur Arbeit
fuhr.


Erst am Freitag Abend hatte ich das Glück Jon Lessen wieder zu treffen. Ich
hatte mich schon gefragt, was mit mir nicht stimmt, dass er mich nicht anruft.
Doch dann fiel mir ein, dass ein stadtbekannter Star ja nicht einfach Mädchen
anrufen konnte, ohne dass er sie näher kannte. So was könnte dem Image schaden.
Nun ja, ich startete also einen zweiten Versuch mit meinem schönsten und
verführerischsten Lächeln.

"Das Schicksal hat uns wohl zusammen geführt", flötete ich, um ihn auf mich
aufmerksam zu machen. "Oh hallo äh..", stammelte er. "Katie", half ich ihm aus
und war in dem Moment noch nicht nachtragend. "Katie, genau..." Wir redeten eine
Weile und ich wollte ihn schon zu mir einladen, um unser "Gespräch" noch etwas
zu vertiefen, aber dann fiel mir ein, dass ich nur ein Einzelbett hatte und
musste meine Enttäuschung gut verbergen. Ich hätte heulen können. So eine Chance
bot sich mir doch nie wieder.

Leider musste ich ihn ziehen lassen, doch ich wollte den Abend nicht so
ausklingen lassen und machte mich auf den Weg durch die Nacht. Zufällig stieß
ich dabei mit einer Frau zusammen, die für das heiße Wetter durchaus unpassend
gekleidet war.
Kurzerhand beschloss ich die Frau anzusprechen, die mit ihrem
Hut und dem Trenchcoat irgendwie auffiel, obwohl sie wahrscheinlich genau das
Gegenteil wollte. Sie erschrak, als ich sie ansprach, denn sie hatte nicht damit
gerechnet, dass jemand so plump wäre und einfach fragte, warum sie so unpassend
gekleidet sei. Sie musste ein wenig lächeln, weil sie ertappt worden war.

Sie stellte sich als Constance Shelley vor und nachdem ich ein wenig gebohrt und
sie drauf hingewiesen habe, dass ich neu in der Stadt und demnach völlig neutral
war, rückte sie damit raus, dass sie an einer heißen Story dran sei. Mehr dürfte
sie nicht verraten, aber es würde die komplette Stadt außer Atem bringen und
alles ändern. Und nun habe sie schon zuviel gesagt und ich solle sie in Ruhe
lassen.
"Ich bin aber so schrecklich neugierig, um wen geht es denn?", drängte ich, aber
sie hielt stand. "Das kann ich jetzt noch nicht verraten, erst muss ich der
Geschichte weiter auf den Grund gehen." Kurzerhand beschloss ich sie für den
nächsten Tag zu mir nach Hause einzuladen und sie willigte nach kurzem Zögern
sogar ein. Tja, meinem Charme kann eben keiner widerstehen.

Wir plauderten noch ein wenig und ich erfuhr, dass sie Single war und in der
Journalismusbranche tätig war. Das passte ja gut. Fürs erste ließ ich sie mit
ihren Forschungen allein und legte mir einen Plan zurecht, wie ich mehr aus ihr
herausbekommen könnte. Für mich war es klar, dass es um Jon Lessen gehen musste
- schließlich war er doch der einzige Bekannte in der Stadt. Stellte sich nur
die Frage, welche Leichen er im Keller hatte? Genau, ich würde ihr tapfer, wie
ich war, anbieten ihr bei den Forschungen zu helfen! Gute Idee, beglückwünschte
ich mich. Dann konnte ja nichts mehr schief gehen.

Sonntag Mittag - ich war jetzt schon eine ganze Woche auf mich gestellt -
klingelte Constance bei mir. Schnell begrüßte ich sie überfreundlich und lud sie
ein doch hereinzukommen.

Wir wurden glücklicherweise sehr schnell warm miteinander und als wir
einträchtig auf meinem Sofa saßen und diesen Herbstsalat in uns hineinstopften
kam sie von ganz alleine auf das Thema, das mir unter den Nägeln brannte.

"Hier in Riverview gibt es einen Sim namens Finn. Bisher habe ich seinen
Nachnamen noch nicht herausfinden können. Aber ich habe den Tipp gekommen, dass
er adoptiert wurde und seine Mutter in Wirklichkeit eine entfernte Verwandte
einer hier ansässigen stadtbekannten Familie ist. Wäre damals herausgekommen,
dass sie einen Sohn bekommen hat, wäre der jetzige Erbe des Imperiums nicht
Alleinerbe gewesen, sondern hätte das komplette Erbe an diesen Finn abtreten
müssen. - Anscheinend wurde seine Mutter umgebracht und der kleine Junge
ausgesetzt, damit keine Spur zu der Familie zurückzuverfolgen sei. Aber ich bin
durch Zufall auf einen Zeitungsartikel gestoßen, in dem es um das Verschwinden
der Mutter ging und seitdem will ich die Geschichte aufklären." Ich machte große
Augen. Das war ja eine Neuigkeit. "Kann ich dir helfen?", fragte ich schnell,
bevor sie bereuen könnte, mir das alles erzählt zu haben. "Nun ja, ich hätte da
einen Vorschlag...", fing sie an und erklärte mir dann, sie bräuchte eine neue
Bleibe und eine Assistentin, die das Kontakte knüpfen und verschiedene
Laufarbeiten erledigte. Ich überlegte kurz die Vor- und Nachteile, die es
bringen würde, wenn Constance hier in meine Hütte einzöge. Platz war ja genug
da, allerdings kein zweites Bett und auch kein Tisch, keine Dusche usw.
Andererseits, mit ihr an meiner Seite würde ich in den Clubs und auf der Strasse
noch viel mehr auffallen, prüde, wie sie gekleidet war. So konnte mich praktisch
kein Mann mehr übersehen. Ich willigte also ein, in der Hoffnung, dass ich nicht
nach der Schlafgelegenheit fragen würde Denn dann müsste ich ihr erklären, dass
sie schon darauf saß. Aber nein, sie fragte nicht. Nachdem wir die Teller
abgespült hatten sagte ich ihr also, ich sei einverstanden und so zog Constance
zu mir ins kleine Häuschen.

Meine erste Amtshandlung war meinen Job in dem Wellnesscenter zu kündigen.
Eigentlich hatte ich mich dort zwar wohl gefühlt, aber die erhofften Kontakte
waren eh nicht zustande gekommen. Stattdessen nahm ich einen Job in der
Buchhandlung an, um einfacher an bestimmte Bücher zu kommen, die von
Verschwörungstheorien handelten. Die Bezahlung war auch etwas besser und wer
weiß, vielleicht waren die tollen Sims in Riverview ja begeisterte Bücherwürmer?

Als ich abends nach Hause kam, berichtete Constance mir ganz aufgeregt von einem
Telefonat, dass sie mit ihrer Informantin geführt hatte. Demnach hieß Finn wohl
mit Nachnamen Turner und war fast jeden Tag im Fitnessstudio zu finden.
Großartig. Ich war absolut unsportlich, aber im Männer aufgabeln einsame Spitze.
Wie ich das verbinden sollte, wusste ich noch nicht, aber am nächsten Tag machte
ich mich auf ins Studio - schließlich musste ich eh wieder einmal duschen. Und
da war er tatsächlich! Zumindest sah er aus, wie der Sim auf dem Bild, dass
Constance mir gezeigt hatte.

Ich überlegte eine Weile, wie ich die Sachlage angehen sollte und beschloss
erstmal nicht nur blöd rum zu stehen. Das wäre zu auffällig. Gesagt, getan und
ich stieg, obwohl eigentlich völlig unsportlich, auf das gerade eben
freigewordene Laufband. Ich hoffte, tapfer wie ich nun mal war, dass
Geschicklichkeit bei dem Teil ausreichen würde, um gut auszusehen. Leider war
das nicht der Fall.

So was peinliches war mir noch nie passiert, aber wenigstens ersparte es mir die
Überlegung, wie ich diesen Finn unauffällig ansprechen könnte. Er kam nämlich zu
mir rüber und erkundigte sich nach meinem Befinden. In dem Moment wäre ich am
Liebsten im Boden versunken, doch die Gelegenheit musste ich natürlich nutzen.

"Danke, mir geht's gut - ich bin Katie", lächelte ich verschmäht und hoffte, der
Einstieg wäre nicht zu langweilig. "Das sah ja übel aus, was du da gerade
hingelegt hast", grinste er, offensichtlich amüsiert wegen der Peinlichkeit.
"Ach Quatsch, das war doch nichts. Ich bin nur nicht sehr sportlich. Eigentlich
komme ich nur zum Duschen her...", rutschte mir noch raus und wünschte mir zum
zweiten mal in zwei Minuten im Erdboden zu versinken.

"Ach, dann bist du neue Besitzerin vom Trugbildhaus?", grinste er und erklärte
mir dann, dass alle alt eingesessenen Sims hier wussten, was es mit dem
"Traumhaus" und der Realität darin auf sich hatte. Überflüssig zu erwähnen, dass
ich schon wieder im Boden versinken wollte. Ich wechselte schnell das Thema und
beim plaudern merkte ich, wie musikalisch Finn sein musste, denn er sprach die
ganze Zeit von Komponisten und seinem Lebenstraum einmal ein Popstar zu werden.
Gut, das musste ich mir merken. Aber der erste Kontakt war geknüpft und ich war
positiv überrascht. Da war wohl endlich der erste Sim, der komplett in mein
Beuteschema passte. Ich verabschiedete mich, natürlich nachdem ich
herausgefunden hatte, wo er wohnt und dass er Single ist, und kam schwer
begeistert nach Hause, wo ich meine Erkenntnisse mit Constance teilte.

Die Tage verflogen fast und nachdem wir alle Wälzer über Verschwörungstheorien
durch hatten, verschaffte Constance mir einen Job in der Journalismusbranche.
Das machte das Recherchieren sehr viel einfacher. Während ich im Büro per
Computer suchte, machte sie Befragungen in der Nachbarschaft - natürlich ohne
spezifisch auf unsere Story einzugehen. Sie fand heraus, dass ausgerechnet
unsere Nachbarn diejenigen waren, die am Längsten in Riverview lebten.

Sie befragte daraufhin natürlich zuerst Elaine...

... und dann Norman, aber keinem von beiden war auch nur entfernt irgendwas
ungewöhnliches aufgefallen.

Wir gingen auch noch in die Bibliothek, wo Constance direkt zum Computer
marschierte und weitere Recherchen anstellte, während ich - statt ihr zu helfen
- lieber mein Jagdrevier erweiterte und auch einen netten jungen Arzt kennen
lernte. Sein Name war Jebidiah Wilson. Vorneweg sei gesagt: Wer den armen Kerl
so benannt hat gehört für mich ins Irrenhaus.

Nach einem schnellen Händeschütteln überredete ich ihn an einen ruhigeren Ort zu
gehen. Er willigte ein und schlug die öffentliche Toilette des Hauses vor. Na
ja, man kann ja nicht alles haben: 1. tolles Aussehen und 2. Klugheit.
Jedenfalls bandelten wir zwei ganz gut miteinander an und in meinem Kopf zählte
ich schon die Geldscheine, die ich von ihm ernten könnte.

Aber irgendwie musste ich ihn erschreckt haben, denn als ich ihn küssen und
unsere Beziehung auf eine neue Ebene bringen wollte, schreckte er zurück und
verschwand.

Ich seufzte, sammelte Constance ein, die von alldem natürlich nichts mitbekommen
hatte und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

Am Freitag Abend entschied ich, dass es Zeit war wieder in die Stadt zu fahren
und ein wenig auf Beutezug zu gehen, aber mein Plan neben Constance einfach
umwerfend auszusehen, schlug fehl, denn sie klagte über Kopfschmerzen und wollte
zu Hause bleiben. Ich hatte wohl unterschätzt, wie zugeknöpft sie wirklich war.
Auf meinen Hinweis, dass sie ja vielleicht jemanden nettes kennen lernen könnte,
winkte sie nur und wünschte mir viel Spaß. Und spätestens als ich den netten
Soldaten traf war ich mir sicher, dass ich den auch haben würde. Wir plauderten,
tauschten Neuigkeiten aus und ich lenkte die Richtung des Gesprächs ein bisschen
in die Verführungsschiene. Eigentlich war ich der Meinung, dass es wunderbar
klappte....

... doch als ich ihn dann mit meinen Kusskünsten bekannt machen wollte, lehnte
auch er dankend ab und verschwand. So langsam zweifelte ich daran, dass die Sims
hier überhaupt erkannten, welche Granate sie vor sich hatten.

Dementsprechend gefrustet beschloss ich nach Hause zu joggen. Ich musste meinen
Ärger ja schließlich irgendwie loswerden. Nun war ich fast zwei Wochen auf mich
gestellt und meinem Ziel Reich zu werden immer noch kein Stück näher.

Ich traute meinen Augen nicht, als ich nach Hause kam. War das tatsächlich
Constance, die mit einem bis Dato mir unbekannten Sim knutschte? Sie hatte mir
doch gesagt, sie sei Single? Wie um Himmels willen hatte sie das in ein paar
Stunden von zu Hause aus geschafft, während ich mir den Hintern abrackerte, um
Anschluss zu finden?

Sie erzählte mir, nachdem Hal - so hieß er, wie ich nach einer kurzen peinlichen
Vorstellung erfahren durfte - gegangen war, dass er ihr vor zwei Tagen wie ein
Retter in der Not mit unserem Spülbecken geholfen hatte. Neurotisch wie sie eben
war, wollte sie nachprüfen, ob das Becken auch wirklich dicht und sicher war.
Leider hat sie damit eine Überschwemmung heraufbeschwört und Hal kam gerade vor
dem Haus vorbei und hat ihr bei der Reparatur geholfen, nachdem er ihren spitzen
Wutschrei gehört hatte.

Sie kamen ins Gespräch und Hal ließ sich sogar interviewen. Danach tauschten sie
die Nummern aus und am Freitag stand er wohl ganz einfach vor der Tür. Natürlich
- das war natürlich purer Zufall. So kann's gehen und ich überlegte mir, dass
ich diese Variante unbedingt in mein Repertoire aufnehmen musste. Als ich aber
Sonntag morgen meine Mahlzeit auf der Toilette sitzend einnehmen musste, weil
das Sofa von den beiden unter Beschlag genommen worden war, musste ich mich
schon zurücknehmen.

Schnell verabschiedete ich Hal eigenmächtig und wir machten uns auf den Weg in
die Stadt. Der Tag war einfach zu schön, um ihn drinnen zu verbringen.

Gesagt, getan. Wir verbrachten den freien Sonntag also damit im Park zu sitzen
und zu quatschen. Natürlich musste ich mir Constances Verschwörungstheorien
anhören und sie fasste noch einmal alles zusammen, was wir bisher herausgefunden
hatten. Aber ansonsten war es ein schöner Tag und der Sonnenuntergang einfach
göttlich. Ich beschloss diese Stelle mit auf die Liste der beliebtesten
Liebespaar-Orte hinzuzufügen und stellte mir in Gedanken vor, wie ich ... ja wen
eigentlich? ... egal, wie ich mit irgendeinem reichen, tollen Sim hier wäre...


So, das waren also die ersten zwei Wochen in Riverview, die ich ohne meine
Eltern verbringen konnte. Irgendwie nicht so sehr von Erfolg gekrönt, aber
immerhin habe ich Constance kennen gelernt und bin in irgendeine Story mit
hineingeraten, die ich bis dato noch nicht wirklich einschätzen kann. Mal sehen,
was als nächstes passieren wird.
Bis dann, Eure Katie *E>*